Qualifizierung von Flüchtlingen / Asylsuchenden / Migranten

AntragstellerInnen:

SPD-Unterbezirk Teltow-Fläming, SPD-Ortsverein Ludwigsfelde

Der Landesparteitag möge beschließen:

Der Bundesparteitag möge beschließen:

Qualifizierung von Flüchtlingen / Asylsuchenden / Migranten

Die SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Parteivorstand werden gebeten, sich für die Umsetzung des Vorschlages stark zu machen und diesen auch ins Wahlprogramm einfließen zu lassen:

  1. Flüchtlinge / Asylsuchende / Migranten sollen durch handlungsorientiertes Lernen zur allgemeinen und beruflichen Bildung die Möglichkeiten erhalten, entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen eine Qualifizierung / Anlernausbildung für berufliche Tätigkeiten zu bekommen.
  2. Durch diese berufspraktische Qualifizierung in Verbindung mit fachspezifischer Theorie und entsprechenden Deutschkenntnissen sollen interessierte ausländische Bürger Fähigkeiten erwerben können, die in der jeweiligen Heimat attraktiv und in einer Wiederaufbauphase von Wert sein oder auch für eine Berufsausbildung in Deutschland eine Basis schaffen könnten.
  3. Kommunen sollen finanziell dahingehend ausgestattet werden, dass sie vor Ort geeignete Programme auflegen können.
  4. Ein solches Programm, das wir als Teil einer Entwicklungs- und Bildungspolitik verstehen, muss durch Initiativen und gemeinsam mit geeigneten Institutionen (wie z. B. ZAL GmbH Ludwigsfelde-Luckenwalde) geplant und durchgeführt und durch fremd- bzw. mehrsprachige Ausbilder/innen betreut werden. Hier kommen in erster Linie Ruheständler in Betracht, denen ein Mindestlohn / eine Aufwandsentschädigung bezahlt werden müsste und die als Netzwerker fungieren können. Konzeption und Durchführung von Maßnahmen zur berufspraktischen Qualifizierung von Bürgern anderer Staaten – in jeweiliger Heimatsprache und in Deutsch (zweisprachig) durchgeführt – hat in den neuen Ländern eine lange Tradition.
Begründung:

Menschen, die aus den verschiedenen Ländern seit Monaten zu uns kommen, verbinden mit ihrer Reise bzw. Flucht nach Deutschland die Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und ihre Kindern. Hier angekommen, verbringen sie viel Zeit in Massen- und Sammelunterkünften, regelmäßig ohne eine wirkliche Beschäftigung.

Diese Zeit soll zukünftig für berufspraktische Qualifizierungen genutzt werden. Es geht hier um komplexe praktische Unterweisungen in Kombination mit berufstheoretischem Unterricht. Im Rahmen des praktischen Unterrichts werden berufsspezifische Deutschkenntnisse erworben. In Frage kommen insbesondere Qualifizierungen für handwerkliche Dienstleistungstätigkeiten.

Es besteht

  • bei weiblichen wie männlichen Asylbewerbern der Wunsch nach sinnvoller Betätigung und einer durch Arbeit zu erreichenden Wertschätzung,
  • nicht bei allen Asylsuchenden der Wunsch nach umfänglichem Deutschunterricht, insbesondere nicht bei denen, die mittel- und langfristig nicht in Deutschland bleiben möchten,
  • Bedarf in Städten und Gemeinden an personeller Unterstützung, z. B. bei Hausmeistertätigkeiten und Küchenhilfen an Kitas und Schulen, im Bereich Landwirtschaft und Forsten u. v. m.
  • Je nach Ergebnis des jeweiligen Asylverfahrens oder einer Änderung der persönlichen Verhältnisse wären die Flüchtlinge in der Lage, ihre so erworbenen Fähigkeiten zur weiteren Integration in ihrem neuen Umfeld einzusetzen oder mit den erworbenen Fähigkeiten zum (Wieder-) Aufbau von Wirtschaft und Infrastruktur in dem jeweiligen Herkunftsland beizutragen.

Empfehlung der Antragskommission:

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