Bildungsstrategie „Digitalisierung und Robotik“

AntragstellerInnen:

Ortsverein Groß Kreutz-Deetz, Arbeitskreis Wirtschaft und Energie

Der Landesparteitag möge beschließen:

Bildungsstrategie "Digitalisierung und Robotik"

Die SPD-Fraktion im Landtag Brandenburg wird aufgefordert,

  1. eine umfassende Bildungsstrategie in den Fächern Automatisierungs- und Steuerungstechnik zu entwickeln.
  2. sich für eine Strategie einzusetzen, die schon früh, womöglich schon im Vorschulalter die Kinder genderneutral für digitale und technische Themen interessiert und allen Kindern eine digitale Grundbildung vermittelt oder das Fach Informatik und Automatisierungstechnik als eigenständiges Grundfach einführt.
  3. fortführend eine Ausbildungsstrategie für staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker sowie Mechanikerinnen und Mechaniker in den neuen automatisierten und digitalen Technologien zu entwickeln und diese „neuen“ Berufe besonders zu fördern, indem zum Beispiel Auszubildende in diesen Bereichen eine attraktive Ausbildungsvergütung erhalten.
Begründung:

Die Digitalisierung eröffnet für sämtliche Produktionsbereiche neue Perspektiven, die es im Land Brandenburg zu nutzen und strategisch umzusetzen gilt. Die nächste Generation von Produktionsanlagen und die Weiterentwicklung von Industriesystemen sind an erster Stelle ein Thema der Informatik. Diese Entwicklungen basieren auf Sensorik, Mess- und Regeltechnik, Maschinenbau und Mechatronik.

Ein Bundesland mit geringerem Know-How ist ein klarer Standort-Nachteil für moderne Unternehmen und Produktionsverfahren.

Das bedeutet mit Blick auf die Zukunft der Bildung für Arbeit, dass einerseits bestehendes Personal entsprechend weitergebildet werden und andererseits die Aus- und Weiterbildung angemessen umgestaltet werden muss, damit Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende die nötigen Kompetenzen bereits von Anfang an erwerben.

Alle Kinder, und Mädchen im Besonderen, benötigen eine zeitige Chance sich mit den neuen Technologien anzufreunden. Viele Eltern hingegen sind teilweise skeptisch mit dem technischen Fortschritt. Diese Skepsis reflektiert sich auch zum Teil in der Politik, mit der Konsequenz, dass sich das Thema Digitalisierung in deutschen Schulen bislang langsamer als in anderen europäischen Ländern etabliert.

Eine Veränderung ist deshalb auch im Brandenburger Schulsystem notwendig um kommende zukunftssichere Arbeitsplätze mit jungen Menschen zu besetzen.

In Berlin konnte Gesche Joost mit der Hilfe privater Unternehmen ein erstes Pilotprojekt im Grundschulbereich starten und versorgte 100 Grundschulen mit (single-board) Kleincomputern. Sie legte damit die Grundlage zu ersten frühen Erfahrungen der Kinder mit Programmieren, Sensorik und Schnittstellenverbindungen. Das Ziel ist es Kinder unabhängig von Ihrem Geschlecht und sozialem Hintergrund mit moderner Technologie vertraut zu machen. Gesche Joost sagt, wenn man die Kinder vor ihrer Pubertät an diese Themen neutral heranführt, minimiert man geschlechterspezifische Normenbildung in diesem Bereich.

Insbesondere kleine und mittelständige Unternehmen (KMUs) benötigen besondere Unterstützung um mit neuen Technologien und Abläufen kompetent umgehen zu können. Ein wesentliches Umsetzungshemmnis ist dabei, neben dem hohen Investitionsbedarf, der Mangel an qualifiziertem Personal und an der IT Infrastruktur. Aktuelle Studien zeigen daher, dass KMUs im Vergleich zu großen Firmen deutlich weniger digitalisiert sind und damit einen Nachholbedarf bei der Umsetzung von Wirtschaft 4.0 haben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will mit seinem Programm "Jobstarter Plus" die Anpassungsbedarfe der KMUs ermitteln. Es geht darum zu ermitteln, wie kleine und mittelständige Unternehmen in Fragen der dualen Ausbildung besonders im Bezug zur Digitalisierung und Internet 4.0 unterstützt werden können. Um diese Beratungsleistung bereitzustellen hat das Ministerium bis zu 15 Millionen Euro bereitgestellt. Bis 2020 stehen dafür insgesamt 109 Millionen Euro zur Verfügung.

Für Brandenburg heißt das, auch an die Ergebnisse des Bundesprogramms anzuknüpfen, um die Brandenburger Unternehmen in ihren Anpassungsbedarfen durch Beratung und Finanzierung besonders unterstützen zu können.

Obwohl Produktionsprozesse heute mobiler sind, wurden die Produktionsprozesse bisher nicht im erwarteten Ausmaß dezentralisiert. Das liegt auch am Arbeitskräfteangebot im ländlichen Raum.

Die Potentiale zur digitalen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine bestimmen den Produktionsstandort eines automatisierten Unternehmens. Menschen werden zukünftig nach wie vor, aber anders, als entscheidendes Element in den industriellen Produktionsprozessen gebraucht. Die Menschen benötigen dazu verbesserte digitale wie auch praktische Kompetenzen.

Für die konsequente Befähigung der jungen Menschen in Brandenburg hat das Land die Rahmenbedingungen bereitzustellen.

Empfehlung der Antragskommission:

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